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Fertigteilhaus oder selber bauen: Die Pro’s und Con’s


Posted on Oktober 27th, by Bea in Architektur. Kommentare deaktiviert

Wohnideen Blog: Pro's und Con's Massivbau und Fertighaus

Wohnideen Blog: Bilder http://freshideen.com

Wer dabei ist, seinen Traum vom eigenen Heim wahr werden zu lassen, steht häufig vor der Entscheidung zwischen Fertigteilhaus und Massivhaus. Fertigteilhäuser gewinnen immer mehr an Beliebtheit, aber viele trauen diesem Baukonzept immer noch nicht so ganz. Beide Varianten haben jedoch klar ihren Mehrwert, sowie ihre jeweiligen Nachteile. Wichtig ist, die passende Lösung für sich selbst zu finden. Die wichtigsten Pro’s und Con’s der beiden Varianten habe ich mir von Herrn Stefan Gassner, Geschäftsführer von Sage Immobilien zusammenfassen lassen. Ich dachte, wir lassen uns das mal von einem Profi erklären :-) Gassner und sein Team sind schließlich bereits dreimal bei den European Property Awards „Bester Immobilienmakler Österreichs“ ausgezeichnet worden.

Das klassische Massivhaus

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, was denn den jeweiligen Typ von Haus genau ausmacht. Fangen wir also mit dem traditionellen Massivhaus an. Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Bauweise hier wesentlich massiver, als die eines Fertigteilhauses. Die Errichtung erfolgt hier Stein-auf-Stein und die Baumaterialien werden direkt auf der Baustelle von Fachfirmen verarbeitet.

Die meisten Materialien sind also von fester Natur, wie Beton, Stein und Holz. Die Planungsarbeit wird meist von einem Architekten erledigt, wobei man auch auf ein einziges Unternehmen zurückgreifen kann, das sich um die komplette Abwicklung kümmert. Natürlich kann man sich auch die einzelnen Bereiche, zum Beispiel von selbst ausgewählten Maurern oder Fliesenlegern, verarbeiten lassen und so individualisieren.

Das moderne Konzept Fertigteilhaus

Nun zum wesentlich jüngeren Baukonzept – das Fertigteilhaus. Meistens bieten einzelne Unternehmen Fertighäuser bereits schlüsselfertig an. Die sind in der Regel also standardisiert, wobei es inzwischen auch schon einige Möglichkeiten gibt, sie komplett individuell zu planen. Die einzelnen Komponenten, wie Wände, Decken und Dach, werden in großen Hallen vorgefertigt, um dann auf der Baustelle zusammengesetzt zu werden. Hier ein Zeitraffer:

Das alles passiert in erstaunlich schneller Zeit – in etwa einer Woche kann man sein zukünftiges Heim schon bewundern. Was die Materialien angeht, sprechen wir hier zu einem Großteil von Holz, der Aufbau passiert nach der Holzrahmenbauweise. Allerdings gibt es inzwischen auch schon Bauteile aus Leichtbeton oder Ziegeln, manchmal werden sie später auch auf der Baustelle mit Beton übergossen. Es gibt also auch so etwas wie ein Fertighaus in Massivbauweise.

Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Bauweise

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Massivhaus und Fertigteilhaus lassen sich an den Faktoren der Bauzeit und der Kosten, sowie an der Möglichkeit einer Individualisierung festmachen. Doch es gibt noch einige weitere Details, die eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung beeinflussen können.

1. Kosten bei der Hausplanung
Wer auf Einmaligkeit setzt, kann sich zusammen mit einem Architekten sein ganz individuelles Objekt entwerfen lassen. Das wäre die teuerste Art, ein Massivhaus aufzuziehen, da dafür natürlich viel mehr Arbeitsschritte und Zeit nötig sind, als dies mit einer vorgefertigten Planung der Fall wäre. Dafür kann man allerdings völlig frei über die Hausgröße, Design und die verwendeten Materialien entscheiden. Es ist aber durchaus auch möglich, den Grundriss eines Typenhaus-Anbieters zu wählen – diese Vorgehensweise würde die aufwändige Planung sparen.

Für ein Fertighaus wiederum, fallen diese ganzen Planungskosten viel niedriger aus. Grund dafür ist die Standardisierung – der Anbieter muss diese nämlich nur ein einziges Mal zahlen und kann das Haus trotzdem vielfach verkaufen. Ein großer Vorteil für den Kunden ist die Möglichkeit, einen Musterhauspark zu besuchen, um sein zukünftiges Haus schon einmal von innen zu begutachten. Ein Massivhaus kann man sich vorab nur digital am Computer ansehen.

2. Herstellung
Dieser Punkt beschäftigt sich mit den Bauteilen. Ein Fertighaus kommt bei der Herstellung wesentlich günstiger weg – die Fertigung funktioniert nämlich wetterunabhängig und mit Computern. Fenster, Türen und Steckdosen sind schon im Vorfeld passgenau eingebaut. Außerdem steht ein Fertigteilhaus im Rohbau schon innerhalb weniger Tage, weshalb Regen und Schnee keine Zeitverzögerung bedeuten.

Im Gegensatz dazu, muss man bei der Massivbauweise Faktoren wie die Trocknungszeiten, die Lieferzeiten von Material, und vor allem das unbestimmbare Wetter beachten. Diese Elemente können die Bauzeit erheblich verzögern. Einzelne Unternehmen bieten jedoch schon große Zelte an, die diesen Nachteil kompensieren sollen. Positiv ist, dass man bei dieser Variante nach Wunsch auch verschiedene Eigenarbeiten selbst leisten kann.

3. Wärmespeicherung und Ausbau
Bis jetzt konnte das Fertigteilhaus die Zeit- und meist auch die Kostenfrage für sich entscheiden. Ein absoluter Vorteil für das Massivhaus ist jedoch seine größere Wärmespeicherfähigkeit. Die massive Bauart von Steinhäusern reduziert die sommerliche Hitze und gibt gleichzeitig die gespeicherte Wärme im Winter viel langsamer ab. Dadurch ergibt sich ein ausgeglichenes und angenehmes Raumklima.

Bei einem Fertigteilhaus könnte es in diesem Fall unter Umständen zu Problemen kommen, wenn die Schnittstellen der Bauteile nicht sauber ausgeführt werden. Auch beim Schallschutz spielt dieser Faktor eine erhebliche Rolle. Den erreicht man bei Massivbauten nämlich aufgrund der Schwere der Bauteile sehr effizient – außer es liegen Baufehler vor. Ein weiterer Pluspunkt der traditionellen Variante ist der spätere Ausbau.

4. Betrieb
Die Abstimmung der Bestandteile aufeinander kommt ebenfalls zum Tragen. Während bei Massivhäusern erst nach der Fertigstellung feststellbar ist, ob alles zusammen funktioniert, kann ein Fertigteilhaus das durch die vorgefertigte Typisierung vermeiden. Ein Massivhaus birgt eher das Restrisiko von falschen Dimensionierungen und Berechnungen, vor allem da oft verschiedenste individuelle Firmen für die technischen Einbauten zuständig sind.

Jedoch spricht sein robuster und unempfindlicher Charakter für das Massivhaus. Ein Wasserschaden stellt hier beispielsweise ein geringeres Übel dar, wie es beim Fertigteilhaus der Fall ist. Ungeziefer sind ein weiteres Problem, welches eine spezielle Holzbehandlung erfordert. Dieser werden oftmals sogar ungesunde Ausdünstungen nachgesagt, die ein schlechtes Raumklima verursachen.

Ein letzter großer Punkt ist die längere Lebensdauer von Massivhäusern, die über 100 Jahre geht, während sich Fertigteilhäuser für schätzungsweise 60-90 Jahre oder leicht weniger halten. Dadurch liegt deren Wiederverkaufswert natürlich unter dem von Massivhäusern.

Die Vor- und Nachteile von Massivbau und Fertigteilhaus halten sich in etwa die Waage. Es kommt also sehr auf die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Voraussetzungen vom Bauherren an. Man sollte sich also vorab folgende Fragen stellen, um eine wohlüberlegte Entscheidung treffen zu können:

5. Wie viel Budget steht zur Verfügung?
6. Wann möchte man spätestens einziehen?
7. Ist man in der Lage viel Eigenleistung zu erbringen?
8. Wie wichtig sind Faktoren wie Wärmespeicherung, Dämmung, Schallschutz, etc.?
9. Gibt es gute Kontakte zu Bauträgern?
10. Gibt es Referenzprojekte von Fertigteilhausanbietern, die Einem restlos überzeugen?
11. Wie wichtig ist Individualität?

Je nachdem, ob der Fokus auf Kosten, Zeit, Nutzungsdauer oder anderen Details liegt, kann sich wohl jeder für einen Favoriten begeistern. Diese Fragen stellen natürlich nur einen ersten Überblick dar, können aber bereits richtungsweisend für die individuelle Präferenz sein.
Oder ihr denkt mal in eine ganz andere Richtung … schon mal was von Containerhäusern gehört?





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