Tadenberg Blog zu den Themen Wohnaccessoires, Wohnideen und Selber machen / DIY

Blue Monochrome


Posted on April 27th, by Bea in Inspirationen, Products I like. Kommentare deaktiviert

Kennt ihr das … ihr riecht einen Duft und euer Gehirn katapultiert euch in Millisekunden in eine Situation zurück, in der ihr diesen wahrgenommen habt und sei es 30 Jahre her. Wahrlich faszinierend, oder! Und klar, ein Musikstück zapft auch in Geschwindigkeit die Synapsen an und spult mal eben in eine längst vergangene Zeit zurück. Aber eine Farbe? Habt ihr jemals erlebt, dass eine Farbe euch so tief anspricht, dass ihr 20 Jahre später bei der selbigen Gefühlsausbrüche bekommt und euch genau daran erinnern könnt, als ihr sie zum ersten Mal oder auch zum letzten Mal gesehen habt? Es ist unglaublich, aber wahr. Auch eine Farbe kann genau dies bewirken, glaubt mir! Dabei meine ich nicht das Gold aus eurem Bankschließfach :-)

Der blaue Tisch von Yves Klein

Wohnideen Blog: Bild 01 www.artspace.com, Fotos von Antoine Bootz

Yves Kleins Kunstwerk, der Tisch in International Yves Klein Blau

Wohnideen Blog: Bild 02 www.artspace.com, Fotos von Antoine Bootz

 

International Klein Blau, kurz: I.K.B.

In meinem Fall rede ich von Blau. Dem Yves Klein Blau, mit welchem der Künstler zwischen 1955 und 1962 in seinem kurzen, aber intensiven Künstlerleben fast ausschließlich experimentiert hat. Er hat es sich konsequenterweise vom „Institut National de la propriété industrielle“ unter der Nummer 63471 schützen lassen. brandeins.de formuliert es so: Das Blau, befindet Yves Klein, „ist das sichtbar werdende Unsichtbare“ – und wer heute einem seiner Monochrome gegenübersteht, steht vor einem Fenster, durch das er in die Unendlichkeit blicken kann. So jedenfalls stellt Klein es sich vor. „Farbe badet in kosmischer Sensibilität. Sensibilität hat für mich keine Nischen. Sie ist wie Feuchtigkeit in der Luft. Farbe ist materialisierte Sensibilität. Farbe badet in allem und badet alles.“ Klein will das Zweidimensionale unendlich, das Eingerahmte grenzenlos, und dafür scheint ihm kein Medium besser geeignet als das reine Blaupigment.

Meine Großeltern besaßen genau solche einen Tisch des Künstlers, randvoll mit unendlichen Blaupigmenten. Und wenn meine Familie und ich meine Großeltern zu Weihnachten im Rheinland besuchten, saß ich liebend gerne lange Zeit in Ruhe und Besinnung vor diesem Kunstwerk und schaute mir die feinen blauen, unbeschreiblich und unglaublich farbintensiven Pigmente an und ließ sie einfach auf mich wirken. In wieweit mich die Farbe berührte, ist nicht leicht in Worte zu fassen. Ich würde so weit gehen und sagen, sie traf mich in der Tiefe meiner Seele. Sie rief in mir das Gefühl von Klarheit, Demut und Liebe hervor. Das waren wohl damals meine Facetten von Kleins Idee der kosmischen Sensibilität. Wobei ich es als Kind niemals so hätte formulieren können. Auch war mir der Name des Künstlers nicht bekannt, geschweige denn, dass mir der “Status” Künstler eine Bedeutung gewesen wäre, noch wäre der finanzielle Wert, wäre er mir denn genannt worden, eine Begrifflichkeit für mich gewesen. Ebenso war mir die Farbtherapielehre nicht bekannt. Wie ich jetzt weiß, wird Blau dem 5. Chakra zugeordnet, das der Seele und Wahrheit Ausdruck verleiht. So drücken wir über unser Halschakra aus, was wir denken, wissen und fühlen. Unsere Gefühle, Absichten und Bedürfnisse kommunizieren wir über diesen Äther. Und so ist es rückblickend nicht verwunderlich, was diese 3 qm tiefsten, reinsten Blaues in mir bewirkten. Interessant finde ich, dass all dies ausschließlich über die Gefühlswelt und nicht über den Intellekt in mich eindrang. Und nachhaltig in meinen Zellen gespeichert wurde.

Wohnideen Blog: Yves Kleins blauer Tisch

Wohnideen Blog: Bild 03 www.artspace.com, Fotos von Antoine Bootz

 

Denn um nun den Bogen zu spannen: Es waren genau diese Gefühle, die mich überwältigten, als ich gestern zufällig auf den Klein Blue® Table, 1961/1963 bei Artspace stieß. Um auch mit I. K. B. mein Leben zu teilen, habe ich mir spontan das Blue Monochrome, c.1961 (IKB73) in Form eines bezahlbaren Kunstdrucks bestellt. Ich bin gespannt!

Und dann habe ich noch etwas entdeckt! Den Armchair Atsullivan von pib, aus Leder gemacht, zum Versinken gedacht. Räumlich gesehen das absolut perfekte Pendant zu Kleins Monochrome. Ich denke, in diesem werde ich abtauchen und in die Unendlichkeit blicken. Also, solltet ihr in nächster Zeit nichts mehr von mir hören … ihr wisst, wo ihr mich findet :-)

Wohnideen Blog: Armchair Atsullivan, Ledersessel

Wohnideen Blog: Bild www.pib-home.co.uk

 





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