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Posted on Mai 13th, by Bea in Products I like. Kommentare deaktiviert

Die Geschichte des Paravents – vom japanischen Wandschirm zum exklusiven Wohnaccessoire

Nicht nur ein Wohnaccessoires: Paravants und Trennwände

Wohnidee: Paravants und Trennwände gesehen bei Loberon, Bild 01

Paravents finden sich in vielen modernen Wohneinrichtungen. Seit Jahrhunderten benutzen Menschen dieses Möbelstück zu funktionalen Zwecken sowie als kunstvolles Accessoire. Ursprünglich stammt es aus dem asiatischen Raum und verbreitete sich dann ab dem 16. Jahrhundert in Europa.

Seit vielen Jahrhunderten Bestandteil asiatischer Wohnungen

Die verschiedenen Bezeichnungen für den Paravent stiften bei manchen Verwirrung: So gibt es auch die Begriffe Japanischer Wandschirm und Spanische Wand. Paravents wiederum leitet sich aus dem Französischen ab. Keine dieser Bezeichnungen klärt auf, woher dieses Möbelstück tatsächlich kommt: aus China. Historische Forschungen haben ergeben, dass Paravents bereits zu Zeiten der Han-Dynastie angefertigt wurden. Damit beginnt die Geschichte der Wandschirme im Zeitraum zwischen etwa 200 vor bis 200 nach Christi. Damals war dieses Möbel als Byöbu bekannt, was den Verwendungszweck benennt: Byöbu bedeutet übersetzt Schutz vor Wind. Auch heute noch eignen sich Paravents für diesen Gebrauch, zum Beispiel auf einem Balkon oder einer Terrasse. Der Vorzug von Wandschirmen besteht darin, dass sie aufgrund der Bauweise mobil einsetzbar sind. Es handelt sich um mehrere Rahmen, die mit einer Stoff- oder einer Tapetenbahn überzogen sind. Scharniere verbinden die einzelnen Rahmen. Somit können Sie den Wandschirm leicht zusammenklappen und transportieren.

Wohnidee: Paravant aus Holz

Wohnidee: Paravants und Trennwände gesehen bei Loberon, Bild 02

Der Siegeszug des Paravents in Europa

Die verschiedenen Begriffe zeichnen nach, auf welchem Weg sich der Wandschirm verbreitete. Zuerst bauten Japaner diesen nach, schnell fand dieses Möbelstück Eingang in die japanische Wohnkultur und ist bis heute nicht daraus wegzudenken. Durch portugiesische Seefahrer gelangte das Konzept im 16. Jahrhundert nach Europa. Die damals dort regierenden Habsburger erfuhren davon und statteten ihre Herrschaftssitze damit aus. Das sprach sich unter den Herrschern des europäischen Kontinents herum, so hielten Wandschirme auch in den spanischen und französischen Königshäusern Einzug. Andere Adelige und wohlhabende Bürger ahmten dies nach. Während Paravents in China und Japan längst in einfachen Wohnungen standen, rundeten sie in Europa eine exklusive Einrichtung ab. Ein Wandschirm im Haus galt als Zeichen des Reichtums. Der Einsatz der Paravents beschränkte sich nicht mehr auf den eigentlichen Zweck, den Windschutz, sondern sie wurden zum repräsentativen Aushängeschild. Heutzutage erleben sie aus diesem Grund ein Revival. Möchten Sie eine exklusive Einrichtung, empfiehlt sich ein Paravent als Accessoire. Im Gegensatz zu den früheren Verhältnissen in Europa kann sich nun aber jeder einen Wandschirm leisten, es scheitert nicht an den Anschaffungskosten. Es handelt sich allein um eine Frage des Geschmacks. An Funktionalität haben Paravents nichts eingebüßt, sie dienen nicht nur der optischen Aufwertung von Räumlichkeiten. Als Windschutz erfüllen Wandschirme weiterhin einen wertvollen Zweck. Zudem können Sie diese als Raumteiler verwenden, wenn Sie über großzügige Zimmer verfügen.

 

© Eva Gruendemann, © nito – Fotolia.com





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